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Urs Capaul, Kantonsrat ÖBS, Schaffhausen
Fragen? Die ÖBS liefert Antworten: Energiewende zur Nachhaltigkeit
Warum ist eine globale Energiewende erforderlich?
Eine globale Energiewende ist unerlässlich, damit die natürlichen Lebens- grundlagen der Menschheit geschützt
und die Energiearmut in den Entwick- lungsländern beseitigt werden können. Nur durch einen grundlegenden
Umbau der Energiesysteme lässt sich die bisherige auf Verschleiss ausgerichtete, nicht nachhaltige Entwicklung
wieder in nachhaltige Bahnen lenken. Eine globale Energiewende hat nicht zuletzt auch friedensfördernde
Wirkungen, da sie die Abhängigkeit von den regional konzentrierten Ölreserven senkt.
Wieso gefährdet die Nutzung fossiler Energien die natürlichen Lebensgrundlagen?
Die weltweite Energienutzung beruht heute zu 80% auf fossilen Energieträgern, mit steigender Tendenz. Bei ihrer
Verbrennung gelangen Emissionen in die Umwelt, wo sie Klimaveränderungen, Luftverschmutzung und Krankheiten
beim Menschen hervorrufen, etwa Atemwegserkrankungen als Folge von Feinstäuben oder Reizgasen. Ihre Wirkung
können Emissionen lokal (Grobstaub, Benzol, Russ), regional (Feinstäube, kurzlebige Gase) oder global (langlebige
Treibhausgase) entfalten. Der globale Klimaschutz ist die überragende Herausforderung, die eine Energiewende
dringend erforderlich macht. Der Treibhauseffekt ist wissenschaftlich belegt, heute geht es noch um die Fragen der
zukünftigen Optionen. Je später Klimaschutzmassnahmen getroffen werden, desto weniger Freiheitsgrade besitzen
wir. Das Risiko einer irreversiblen Schädigung von Ökosystemen nimmt mit zunehmender Erwärmung und steigender
Erwärmungsrate zu. Das heutige Energiesystem schädigt also auf vielfältige Weise die natürliche Umwelt, gefährdet
die Gesundheit und beeinflusst massiv biogeochemische Kreisläufe.
Wie sieht eine nachhaltige Energiepolitik aus?
Eine zu späte Umstellung im Energiesektor zugunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Vorteile würde die globale
Erwärmung so weit vorantreiben, dass aufgrund der zu erwartenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme die
Kosten des Nicht-Handelns langfristig deutlich höher wären als die Einschränkungen zugunsten der Lebensgrundlagen.
Wie lauten nun die Anforderungen an eine zukünftige Energiepolitik:
Weltweit soll jährlich nicht mehr als 17'500 kWh pro Erdenbewohner Energie verbraucht werden. Dies entspricht
einer Leistung von 2000 Watt pro Kopf. Da die heutige Entwicklungsländer deutlich weniger, die Industrienationen
aber ein Vielfaches davon benötigen, erhalten die ärmeren Regionen der Welt ebenfalls eine Entwicklungschance.
Führt das bei uns nicht zu einem massiven Wohlstandsverlust?
Zuerst: Wohlstand ist nicht gleich Wohlfahrt. Wenn die Gesundheit der Menschen zunimmt, entspricht dies einer
Wohlfahrtszunahme. Hingegen führen die Toten auf den Strassen zu einem gesteigerten Bruttosozialprodukt, also
zu einer Wohlstandsverbesserung. In Zusammenhang mit der Energiepolitik kann der sparsame Umgang mit
Energie zu ganz neuen Technologien führen, also die Innovationen in einer Wirtschaft beschleunigen. Und das
schafft wiederum Arbeitsplätze.
Welche Massnahmen zum Schutze des Klimas und der Ressourcen sind zu treffen?
Konkret sind 4 Ziele zu verfolgen:
1. Verminderung der Nutzung von fossilen Energieträgern
2. Auslaufen der Nutzung nuklearer Energieträger
3. Erheblicher Auf- und Ausbau neuer erneuerbarer Energieträger, insbesondere der Solarenergie
4. Steigerung der Energieproduktivität
Im Vordergrund steht in jedem Fall der sparsame Umgang mit den Energie- trägern. Auch beim Materialienverbrauch
ist wieder vermehrt auf natürliche und nachwachsende Rohstoffe zu setzen, etwa statt Plastik-Möbel und Betontreppen
wieder solche aus Holz. Die Materialien sind so lange als möglich in den Kreisläufen zu halten, denn fein verteilte
Stoffe lassen sich nur mit immensem Energieaufwand wieder rezyklieren.
Die ÖBS packt heikle Themen an und liefert Lösungen.
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