|
René Schmidt, Kantonsrat ÖBS, Schaffhausen
Auf dem Weg zur Bildungsstadt und Bildungsregion Schaffhausen
Schaffhausen kann zu einer Bildungsstadt mit regionaler, nationaler und inter- nationaler
Ausstrahlung werden - aber nur, wenn man hier auch will.
In Schaffhausen gibt es sehr gute Volksschulen, eine engagierte Mittelschule, zwei erfolgreiche Berufsfachschulen,
die Pädagogische Fachhochschule, sowie weit über die Stadt hinaus wirkende privatrechtlich organisierte Angebote,
wie die Rudolf-Steiner-Schule und die International School. Ist Schaffhausen deswegen schon eine herausragende
Bildungsstadt? Ich meine nein. Auch andere ver- gleichbare Städte der Schweiz haben eine ähnliche Anzahl
Bildungsinstitutionen.
Dennoch könnte sich Schaffhausen zur bevorzugten Bildungsagglomeration entwickeln, wenn sich der Kanton im
Bereich der Volksschulen, der Weiterbildung und der höheren Fachschulen besser positioniert als die Zürcher
Nachbarschaft. Mit dem Beitritt zum HarmoS-Konkordat, der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung
der obligatorischen Schule hat Schaffhausen vor Zürich und Thurgau harmonisiert und erstmals die Dauer und die
wichtigsten Ziele der Bildungsstufen sowie deren Übergänge koordiniert. Gleichzeitig stehen wir mit dem neuen
Schulgesetz vor der zweiten Lesung im Kantonsrat.
Entscheidende Schritte sollten folgen
Wesentliche Punkte der Schulgesetzrevision im Kanton Schaffhausen sind geleitete Schulen, die Forderung nach
Integration statt Separation, die Einfüh- rung von flächendeckenden Tagesstrukturen und die grenzüberschreitenden
Harmonisierung der Lehrpläne. Eine auf ökonomische Kriterien ausgerichtete Bildung darf nicht im Vordergrund
stehen. Die Gemeinden sollen wenn immer möglich die Schule sowie die notwendigen familienergänzenden
Betreuungs- angebote im Dorf behalten. Das angestrebte Integrationsmodell bedarf einer besonders sorgfältigen
Ausgestaltung, damit individuelle, schülergerechte Bil- dungschancen nicht organisatorischen Vereinfachungen
zum Opfer fallen.
| Wir wollen |
| • |
eine qualitativ hochstehende, innovative und flexible staatlich finanzierte Volks- schule mit ergänzenden
familienfreundlichen Tagesstrukturangeboten.
|
| • |
ein Bildungssystem, das die Chancengleichheit in jeder Hinsicht unterstützt und Kopf, Herz und Hand
gleich gewichtet.
|
| • |
Talent, Kreativität, Kritikfähigkeit, Sozialkompetenz und Leistungsbereitschaft fördern.
|
| • |
eine Zweiklassen-Gesellschaft bei der technologischen Entwicklung vermeiden.
|
| • |
Das Steuerabzugregime für Weiterbildung lockern. Die heutige Logik greift zu kurz, wenn sie private
Bildungsinvestitionen als Selbstverwirklichung behandelt. Künftig sollen jede Aus- und Weiterbildung,
die im Anschluss der Erstaus- bildung absolviert wird, steuerlich abzugsfähig sein. Dies trägt steuerlich
der Forderung nach «lebenslangem Lernen» am besten Rechnung
|
|